Unser schöner Stadtteil

Itter

Quelle: Wikipedia

Itter (Düsseldorf)

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Stadtwappen der kreisfreien Stadt Düsseldorf.png
Düsseldorf Itter
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten
Geograph. Lage   51° 10′ N, 6° 49′ OKoordinaten: 51° 10′ N, 6° 49′ O (Karte)
Höhe   38 m ü. NN
Fläche   2,61 km²
Einwohner   1.717 (Stand 31. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte   658 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. August 1929
Stadtbezirk   Stadtbezirk 9
Verkehrsanbindung
Buslinie   835 724
Nachtverkehr   NE 7

Itter ist ein Stadtteil von Düsseldorf mit einer Fläche von 2,61 km² und 1.717 Einwohnern.

Der Stadtteil liegt am Rhein und ist nach dem Itterbach benannt, der in Solingen-Gräfrath entspringt und ursprünglich in Itter in den Rhein mündete. In einer Kartenskizze von Anfang des 18. Jahrhunderts ist der Verlauf des Baches ab Hilden eingezeichnet. Nach der Ortschaft Benrath floss die Itter nördlich bis zu den Wassergräben von Haus Elbroich, dann westlich durch die Ortschaft Itter und danach südlich von Himmelgeist in den Rhein.[1] Mit dem Bau des Rokokoschlosses in Benrath (1756–1768) wurde die Itter umgeleitet, um die Teiche und Weiher des dortigen Schlossparks zu speisen. Seitdem mündete nur noch ein kleines Rinnsal, Broichgraben oder Holthausener Bach genannt, in den Rhein. Mit dem Bau einer Schnellstraße, der Münchner Straße, kommt überhaupt kein Wasser mehr an. Die noch vorhandenen Gräben dienen heute lediglich der Entwässerung bei Hochwasser.

Bis heute hat der Stadtteil seinen dörflichen Charakter bewahren können. Itter wird geprägt von einigen Bauernhöfen und Eigenheimen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Über die Detailgeschichte Itters im Mittelalter sind nur wenige Daten schriftlich überliefert. Erstmals wird Itter 1150 schriftlich erwähnt.[2] Bereits im 12. Jahrhundert wird eine zum Stift Kaiserswerth gehörige romanische Dorfkirche erwähnt, die bis heute existiert. Seit dem 15. Jahrhundert ist die Pfarre Itter selbstständig.[2] Einige Daten werden im Zusammenhang mit den Nachbargemeinden Himmelgeist und Holthausen angeführt. In einer Beschreibung von 1715 wird die Zugehörigkeit zum Amt Monheim mit den Kirchspielen Himmelgeist, Itter und Benrath für das Unteramt Monheim angegeben.[3] Hierdurch wird die frühe Selbstständigkeit einer Gemeinde im Dorf nochmals bestätigt.

Von zwei größeren Höfen und Gütern im Bereich Itter sind frühe Daten vorhanden. Der eine ist das freiadelige Gut Kircherhof, in der Nachbarschaft der Dorfkirche gelegen. Dieser Hof gehörte im 16. Jahrhundert dem Geschlecht der von Gogrewe (oder Gaugreben); 1544 wird Johann Ghogreff (um 1499–1554), der Kanzler von Jülich-Kleve-Berg, als Besitzer genannt. Nach dem vermutlichen Aussterben dieser Familie kaufte 1604 Georg von Neuhoff, der Besitzer von Haus Elbroich, den Kircherhof. Über Vererbung gelangte der Hof Ende des 17. Jahrhunderts in Besitz der Herren von Haus Horst.[4] 1781 verkaufte die Gräfin Maria, Anna von der Horst neben weiteren Ländereien von Haus Horst auch den Kircherhof. Eigentümer wurde ein Peter Schmitz aus Heerdt.[5] Der zweite größere Hof ist Hof Massenburg. Dieser Hof wird im 15. und 16. Jahrhundert in Urkunden als Mahselburg bezeichnet. Wie vom Kapitel zu Kaiserswerth 1716 ausdrücklich bestätigt, standen den Gerechtsamen (Berechtigten) auf Massenburg zwei Plätze in der Dorfkirche neben dem Predigerstuhl zu.[6]

In der Franzosenzeit wurde die Gemeinde Itter mit dem Dekret vom 13. Oktober 1807 des Herzogs Joachim Murat mit Himmelgeist, Holthausen, Urdenbach und Wersten der Munizipalität Benrath im Kanton Richrath zugeteilt.[7] Auch nach Abzug der Franzosen 1813, als das Generalgouvernement Berg zu Preußen gehörte, änderte sich diese Zugehörigkeit für Itter nicht. Laut Verfügung vom 15. April 1814 wurde die (Ge)Samtgemeinde Benrath gebildet. Diese wurde lediglich vorübergehend bis 1842 zusätzlich um die Gemeinden Eller und Hilden erweitert.[8] Mit der Neuordnung nach der Rheinischen Landgemeinde-Ordnung 1845 wurde Itter mit Holthausen zur Landgemeinde Itter-Holthausen zusammengelegt und verblieb mit anderen Landgemeinden in der Landbürgermeisterei Benrath. Nach dem Ausscheiden 1908 von Wersten wurden die bisherigen Einzelgemeinden in der Landbürgermeisterei Benrath zur Großgemeinde Benrath (Groß-Benrath) zusammengefasst. Itter-Holthausen wurde nun ein Gemeindeteil von Groß-Benrath.[9] Dies änderte sich 1929. Der preußische Landtag beschloss am 10. Juli 1929 eine kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Dies betraf unter anderem auch den heutigen Düsseldorfer Süden. Die Großgemeinde Benrath wurde aufgelöst und alle Gemeindeteile nach Düsseldorf eingemeindet. Damit ist Itter ein Stadtteil von Düsseldorf geworden.[10]

Sehenswürdigkeiten

St. Hubertus

Die katholische Dorfkirche St. Hubertus wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Baustil errichtet und um 1865 erweitert. Itter wird von einer schönen Rheinauen-Landschaft ummantelt, die zu kleineren Wanderungen oder naturkundlichen Exkursionen einlädt.

Weinbau

Ein schönes Beispiel für einen niederrheinischen Wein ist der sogenannte Itter-Zwicker, der im Weingarten Huver Jücht aus bislang 87 Rebstöcken der Firma Bolten & Bolten gewonnen wird. Der Itter-Zwicker ist ein halbtrockener Roséwein, der nach einem Jahr Flaschenreife eher in Richtung trocken tendiert und aus den Sorten Riesling, Kerner und Spätburgunder besteht. Das bislang gute Gedeihen der 1988 gesetzten Weinreben zeigt, dass Weinbau am Niederrhein prinzipiell möglich ist. Allerdings hat die Riesling betonte Geschmacksnote bislang nicht nur Freunde gefunden, was einen großflächigen Ausbau bislang verhindert hat.

Verkehrsanbindung

Man erreicht den kleinen Stadtteil über die Münchener Straße (eine Schnellstraße) oder mit den Rheinbahn-Buslinien 724 und 835. Die Buslinie 724 fährt nicht immer nach Itter, sondern endet teilweise in Holthausen bzw. am Sportpark Niederheid.

Einzelnachweise

  1. In: Kartenskizze von E.P.Ploennis 1715; Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 13.
  2. a b In:Webseite des Stadtteiles – Itter
  3. In: Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 17.
  4. In: Heft 9; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 45.
  5. In: Heft 9; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 46.
  6. In: Heft 9; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 47.
  7. In: Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 25.
  8. In: Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 28.
  9. In: Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 32–33.
  10. In: Band 15; Benrath historisch, Schriftreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; S. 70.

Weblinks